Die Ernährung des Hundes stellt einen der entscheidenden Faktoren für seine Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung dar. Eine artgerechte und ausgewogene Versorgung mit allen essenziellen Nährstoffen ist hierbei von zentraler Bedeutung.

Alleinfuttermittel sind speziell darauf ausgelegt, den vollständigen Nährstoffbedarf des Hundes abzudecken. Die Auswahl der Futtermittelart sollte stets an individuelle Gegebenheiten wie Alter, Körpergröße, Aktivitätsgrad und eventuelle gesundheitliche Besonderheiten angepasst werden. Dabei ist die Qualität der Inhaltsstoffe ausschlaggebend – seriöse Hersteller zeichnen sich durch transparente Deklaration und den Einsatz hochwertiger Rohstoffe aus.

In diesem Ratgeber erhalten Sie fundierte Informationen zu den Grundlagen der Hundeernährung, verschiedenen Fütterungskonzepten sowie spezifischen Ernährungsempfehlungen bei Erkrankungen.

Eine einseitige Ernährung oder die Verwendung von minderwertigem Futter kann langfristig zu Mangelerscheinungen, Übergewicht oder ernährungsbedingten Erkrankungen führen.

Der Hund ist kein Mülleimer für Essensreste! Der Tierarzt ist teurer…

Hochwertiges Futter, angemessene Portionsgrößen und eine sorgfältig geplantes Fütterungskonzept können maßgeblich zur Gesundheit und Lebensqualität Ihres Hundes beitragen. Als Hundehalter sollten Sie sich daher intensiv mit der optimalen Ernährung sowie den individuellen Bedürfnissen Ihres Vierbeiners auseinandersetzen.

Nährstoffe – abgeschaut beim Wolf

Proteine (Eiweiß)

Eine ausgewogene Eiweißversorgung ist entscheidend: Zu wenig kann zu Fell- und Gewichtsproblemen führen, zu viel belastet Nieren und Leber. Bei erhöhtem Bedarf (z. B. Fellwechsel, Trächtigkeit) kann der Bedarf um bis zu 40 % steigen. Hochwertige Futtermittel kombinieren tierische und pflanzliche Proteinquellen für optimale Aminosäurenversorgung.

Fette

Fette sind essentiell für die Energieversorgung, Haut- und Fellgesundheit sowie die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Zu wenig Fett führt zu trockener Haut und stumpfem Fell, zu viel kann Übergewicht und Verdauungsprobleme verursachen. Hochwertige Futtermittel enthalten ausgewogene Mengen an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren – idealerweise im Verhältnis 5:1 bis 10:1 – zur Unterstützung von Immunsystem und Entzündungsregulation.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate liefern Energie und Ballaststoffe, sind aber kein essenzieller Nährstoff für Hunde. Zu viele können zu Übergewicht und Verdauungsproblemen führen. Hochwertige Futtermittel nutzen leicht verdauliche Quellen wie Reis oder Kartoffeln – ohne Zucker oder Füllstoffe – und passen den Anteil an Aktivität und Gesundheitszustand des Hundes an.

Vitamine

Vitamine sind lebenswichtig für Stoffwechsel, Immunsystem und Zellfunktion. Mangel kann zu Hautproblemen, Müdigkeit oder Knochenchwäche führen, Überschuss (besonders fettlösliche Vitamine A, D, E, K) kann toxisch wirken. Hochwertige Futtermittel enthalten ausgewogene Mengen – oft ergänzt durch natürliche Quellen wie Gemüse oder Leber – und vermeiden unnötige Zusätze.

Mineralstoffe

Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Zink und Eisen sind essenziell für Knochen, Blut und Immunfunktion. Ungleichgewichte – z. B. falsches Ca:P-Verhältnis – können zu Skelettproblemen oder Anämie führen. Hochwertige Futtermittel garantieren ausgewogene Mengen und optimale Bioverfügbarkeit, oft durch natürliche Quellen wie Fleisch, Knochenmehl oder Algen.

Wasser

Wasser ist lebenswichtig für Stoffwechsel, Temperaturregulation und Ausscheidung. Zu wenig führt zu Dehydration, Nierenbelastung oder Verdauungsstörungen. Hunde sollten stets frisches, sauberes Wasser Zugang haben – besonders bei Trockenfutter oder hoher Aktivität. Der Bedarf variiert je nach Größe, Aktivität und Umgebungstemperatur.

Zugang zu Frisch-Wasser: immer!

Pfützen gehören nicht dazu…

Die tägliche Futtermenge und der Kalorienbedarf Ihres Hundes richten sich nach Größe, Gewicht, Alter, Aktivitätsgrad und Gesundheitszustand.

Eine Über- oder Unterversorgung kann langfristig gesundheitliche Folgen haben. Bei großen Mahlzeiten steigt zudem das Risiko einer Magendrehung (Sterblichkeitsrate 30%), weshalb eine Aufteilung der Tagesration auf zwei Portionen empfehlenswert ist. Leckerlis gehörten zur Kalkulation dazu. 

Möglichkeiten der Fütterung

Die eine Methode ist praktisch und weniger aufwendig, andere Methoden erfordern Wissen, Zeit und Können.

Der Futternapf wird immer vom Hund geleert (Schlingen ist normal) oder anschließend weg genommen. Futter bleibt nicht stehen.

Selbstverständlich können Sie die Fütterungsmethoden kombinieren; beliebt ist am Morgen Trockenfutter – abends Nassfutter.

Viele kombinieren auch BARF mit Fertigfutter. 

Knochen? 

Fragen Sie sich, ob die Zähne Ihres Hundes das mitmachen und zuviel Knochenmehl im Darm kann zu einem Verschluss führen… Tierarztkosten..

Hühnerknochen roh geht, jedoch nicht gekocht (Verletzungsrisiko)!

Kausnacks – gehen immer.

Übergewicht?

Beratung durch den Tierarzt ist hier sehr zu empfehlen.

Welpen

haben einen höheren Energiebedarf und bekommen häufigere kleinere Mahlzeiten. Künstliche Aromen und Zusätze belasten die empfindliche Verdauung.


Trockenfutter

Trockenfutter ist praktisch, lagerstabil und als Alleinfuttermittel vollwertig. Es unterstützt durch feste Konsistenz die Zahngesundheit und eignet sich besonders für ältere oder kranke Hunde. Qualität variiert stark – achten Sie auf transparente Inhaltsstoffangaben und geringe künstliche Zusätze. Da es wenig Feuchtigkeit enthält, muss ausreichend Trinkwasser bereitstehen. Die knusprige Textur kann Plaque reduzieren, ersetzt aber keine professionelle Zahnpflege.

Nassfutter

Nassfutter zeichnet sich durch hohen Fleischanteil und hohe Akzeptanz aus, besonders bei älteren oder zahnkranken Hunden. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt fördert die Flüssigkeitsaufnahme und entlastet die Nieren. Allerdings ist es teurer, weniger haltbar und bietet weniger Zahnpflege als Trockenfutter. Eine Kombination beider Futterarten nutzt die Vorteile beider Formen optimal.


BARF

BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) orientiert sich an der natürlichen Ernährung von Wölfen und besteht aus rohem Fleisch, Knochen, Gemüse und gelegentlich Innereien. Es ermöglicht eine individuelle, hochwertige Ernährung, erfordert jedoch fundiertes Wissen, um Nährstoffmängel zu vermeiden. Die Zubereitung ist zeitaufwendig und erfordert strikte Hygiene, um Infektionsrisiken zu minimieren. Eine Beratung durch Tierarzt oder Ernährungsberater wird empfohlen.

selbstgekochtes Futter

Selbstgekochtes Futter ermöglicht maximale Kontrolle über Zutaten und Anpassung an individuelle Bedürfnisse, erfordert jedoch fundiertes Wissen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Hochwertige tierische Zutaten sind essenziell; Nahrungsergänzungen (z. B. Calcium, Fischöl) sind oft notwendig. Gewürze, Salz und Zucker sind zu meiden. Eine Beratung durch Tierarzt oder Ernährungsexperten wird empfohlen – besonders bei Welpen, Senioren oder kranken Hunden.